Die Alta Via 1 delle Dolomiti ist der bekannteste Mehrtagestrek durch die italienischen Dolomiten – ein 140 km langer Weitwanderweg, den du je nach Kondition und Lust auf 7 bis 12 Tage aufteilst. Die Route verbindet einen der fotogensten Orte der Region, den Pragser Wildsee (Lago di Braies), mit dem Ziel bei La Pissa nahe dem Talkessel von Belluno. Unterwegs durchquerst du das gesamte geologische und optische Spektrum der Dolomiten – von Kalktürmen bis zu breiteren, grasbewachsenen Kämmen.
Die Schwierigkeit der Route wird als mittel (moderate) bewertet. Der Trek erfordert kein Klettersteigset und keine Sicherung – es handelt sich um klassisches hochalpines Wandern auf markierten Wegen und Hüttenübergängen, nicht um technisches Klettern. Das bedeutet aber keinen Spaziergang: Die Etappen umfassen deutliche Höhenunterschiede und Tage im Hochgebirgsgelände, sodass solide Kondition und Erfahrung mit mehrtägigen Wanderungen im Gebirge vorausgesetzt werden.
Die Route setzt sich aus zehn Hüttenstationen zusammen, die den natürlichen Rhythmus der Etappen bilden. Gleich am ersten Tag führt sie vom Lago di Braies über einen anstrengenden Anstieg zum Rifugio Biella. Am zweiten Tag geht es über Almwiesen und felsige Partien zum Rifugio Fanes, am dritten Tag dann hinauf zum höchsten Punkt der gesamten Route beim Rifugio Lagazuoi mit Panorama auf die umliegenden Dolomitengipfel. Es folgt ein Abstieg über ein Bergjoch zum Rifugio Averau, und der nächste Tag führt durch breitere Gebirgszüge zum beliebten Rifugio Città di Fiume unterhalb des Passo Giau. Die Route verläuft weiter entlang des Kamms zum Rifugio Coldai, dann tiefer in die Berge über ein weiteres Joch zum Rifugio Vazzoler, von wo das Gelände allmählich zum Rifugio Carestiato abfällt. Die vorletzte Etappe führt zum Rifugio Pramperet mit weiteren Höhenunterschieden, und der letzte Abschnitt steigt aus dem Hochgebirge ins Vorgebirge zum Rifugio Pian de Fontana ab, von wo der Trek dem Abschluss bei Belluno zustrebt.
Die Alta Via 1 eignet sich für erfahrenere Wanderer, die mehrere Tage hintereinander mit Rucksack und deutlichem Höhenunterschied gehen können, aber weder technische Kletterpassagen brauchen noch suchen – dank des Fehlens von Klettersteigen ist sie zugänglicher als andere hochalpine Dolomitenrouten. Genau deshalb gehört sie zu den beliebtesten Mehrtagestreks in den Dolomiten überhaupt.
Die beste Zeit für den Trek ist typischerweise die Sommer- und frühe Herbstsaison, wenn die Hütten in Betrieb und die Wege schneefrei sind – die konkreten Öffnungstermine unterscheiden sich jedoch von Hütte zu Hütte und von Jahr zu Jahr, weshalb sie stets direkt bei der jeweiligen Hütte zu prüfen sind. Die Reservierung der Nächte auf den Hütten erfolgt über das offizielle System des Alpenvereins, wo du je nach gewählter Aufteilung der Tage (7 bis 12) die konkreten Übernachtungen auf den einzelnen Hütten entlang der Route planst und vorab reservierst – angesichts der Beliebtheit der Route empfiehlt es sich, rechtzeitig zu reservieren.
Wähle das Startdatum — bei jeder Nacht auf der Route siehst du sofort die freien Betten und reservierst direkt über das offizielle System des Alpenvereins.