Stellen Sie sich ein Hochplateau in 2300 Metern Höhe vor, wohin die Eiszeit über dreissig Seen wie eine Handvoll zerbrochenen Spiegels gestreut hat. Moos, Flechte, nackter Fels, Wasser — und nirgendwo ein Baum. Das ist der Klafferkessel und es ist nur ein Tag des Schladminger Tauern Höhenwegs.
Die Niederen Tauern gehören zu den wasserreichsten Ecken der Alpen: über tausend Quellen, etwa dreihundert Bergseen und hundert Wasserfälle. Diese Höhensträsschen führen Sie dadurch. 76 Kilometer, etwa 7100 Meter Aufstieg, fünf bis sieben Tage von Hochwurzen nach St. Nikolai im Sölktal. Das ist kein Spaziergang auf einer Lehrtafel. Das ist ein schwieriger alpiner Trek, auf dem Sie fast jeden Tag tausend Höhenmeter auf- und abreissen.
Warum ausgerechnet diese? Weil Sie sich eine Konzentration hoher Tauern ohne Gletschermaschinerie und ohne Massen aus den Hohen Tauern weiter weg holen. Das Gelände wechselt wie Launen des Wetters. Breite Grasgraten. Schutthänge, in denen der Fuss in Geröll borht. Serpentinen, die sich in Wände graben. Und dann die Seen. Immer Seen.
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