Der Heilbronner Weg ist der älteste und ruhmreichste Felspfad der Nördlichen Kalkalpen. Er wurde im Juli 1899 eröffnet — vier Jahre lang hatten sie daran herumgemeißelt und der Etat von 4500 Mark sprang wegen schwieriger Sprengungen fast auf das Doppelte. Finanziert und benannt wurde er von der Heilbronner Sektion des Alpenvereins, die ihn bis heute verwaltet. Über hundertundzwanzig Jahre auf der Gratkante und immer noch einer der schönsten Grat-Wanderungen Deutschlands.
Warum gehen? Weil du in drei Tagen ein Konzentrat der besten Allgäu-Erlebnisse erlebst — und mit Waden, die sich das merken, wieder hinunterkommst. Insgesamt 45 km und 2900 Meter hinauf.
Der eigentliche Grat misst 3027 Meter zwischen 2432 und 2615 Metern Höhe. Er schlängelt sich über Bockkarkopf (2608 m), Wilder Mann (2577 m) und Steinschartenkopf (2615 m). Viermal überquerst du die deutsch-österreichische Grenze, ohne den Pass herauszunehmen. Es ist ein versicherter Hochgebirgssteig: Stahlseile, Trittstufen, Leitern, exponierte Travers über einen Abgrund.
Erster Tag: von Birgsau durch Wald und Alpweiden zur Rappenseehütte (2091 m). Die Rappenseehütte ist die größte Hütte des ganzen Deutschen Alpenvereins. 304 Betten an Rappensee Groß und Klein. Rekord? 681 Gäste in einer Nacht, 19. September 1970.
Der zweite Tag bringt die königliche Etappe. Durchquerung des Heilbronner-Grats, etwa sechs Stunden auf Seilen, Leitern und die berühmte Leiter unter dem Steinschartenkopf. Kemptner Hütte (1846 m) seit 1891, zweitgrößte Hütte Allgäus, erste Übernachtung des Fernwanderweges E5.
Der dritte Tag ist Tribut an die Schwerkraft: Abstieg durch die Klamm Sperrbachtobel zurück nach Oberstdorf (810 m). Keine Technik, nur Knie und Tal.
Wähle das Startdatum — bei jeder Nacht auf der Route siehst du sofort die freien Betten und reservierst direkt über das offizielle System des Alpenvereins.